Beleglage
Studienlage
Gestützt auf kontrollierte Studien, aber ohne gültige Leitlinie. Häufiger Fall in der ästhetischen Medizin: Es gibt Daten, aber niemand hat sie in einem strukturierten Verfahren zusammengeführt.
48 Einträge
Behandlung
Calcium-Hydroxylapatit-Filler
Ein Filler aus Mineralpartikeln statt Hyaluronsäure — mit eigenen US-Zulassungsstudien für Kieferlinie und, seit März 2026, Dekolleté. Im Notfall fehlt allerdings das Gegenmittel, das Hyaluronsäure hat.
Behandlung
Chemisches Peeling (kosmetisch)
Eine Säurelösung löst gezielt oberflächliche Hautschichten ab — gegen Aknefolgen und unebenes Hautbild. Anders als bei aktinischen Keratosen gibt es dafür keine Leitlinienempfehlung, nur Studien niedriger Beweiskraft.
Behandlung
Elektromagnetische Muskelstimulation
Magnetfeldimpulse lösen unwillkürliche Muskelkontraktionen aus. Die einzige unabhängige Übersichtsarbeit findet dafür eine dünne, fast durchweg herstellernahe Studienlage.
Behandlung
HIFU-Hautstraffung
Ultraschallenergie erzeugt punktuelle Hitzeherde unter der Haut und soll so straffen, ohne zu schneiden. Die einzige unabhängige Übersichtsarbeit fand für ihre 16 Studien ausschließlich weibliche Teilnehmerinnen.
Behandlung
Jawline-Filler
Aufbau der Kieferkontur mit hochvernetzter Hyaluronsäure. Das gefragteste Männerverfahren — und das mit der ernstesten Notfallkomplikation.
Behandlung
Kryolipolyse
Gezielte Kühlung soll Fettzellen abbauen, ohne Schnitt. Die seltenste, aber folgenreichste Komplikation trifft Männer laut Studienlage deutlich häufiger als Frauen.
Behandlung
Lippenfiller
Hyaluronsäure gegen schmale oder eingefallene Lippen. Die Gefäßanatomie ist gut kartiert — die Literatur beschreibt seit Kurzem zusätzlich eine eigene, von der arteriellen Okklusion klinisch unterscheidbare Komplikation.
Behandlung
Microneedling
Feine Nadeln setzen kontrollierte Mikroverletzungen in der Haut. Die einzige deutsche Leitlinie dazu empfiehlt einen eng gefassten Zweck — nicht Aknenarben oder Falten.
Behandlung
Poly-L-Milchsäure-Filler
Kein Volumenfüller wie Hyaluronsäure, sondern ein Reiz zur körpereigenen Kollagenbildung über Monate. Beide US-Zulassungsstudien — Nasolabialfalte 2009 und Wange 2023 — wurden fast ausschließlich an Frauen durchgeführt.
Behandlung
PRP bei Alopecia areata
Injektion von körpereigenem thrombozytenreichem Plasma in die Kopfhaut. Die S3-Leitlinie spricht weder dafür noch dagegen eine Empfehlung aus.
Behandlung
PRP zur Hautverjüngung
Injektion von körpereigenem thrombozytenreichem Plasma gegen Falten, Aknenarben oder Augenringe. Anders als beim Haarausfall gibt es hier nicht einmal eine Leitlinie, die sich enthält.
Behandlung
Schläfenfiller
Hyaluronsäure-Gel gegen eingefallene Schläfen. Die belastbarste öffentliche Studienlage stammt aus einer US-Zulassungsstudie mit 171 Teilnehmenden, von denen nur rund jeder Sechste männlich war.
Behandlung
Skin Booster
Niedrigvernetzte Hyaluronsäure wird flach in die Haut mikroinjiziert — nicht um Volumen aufzubauen, sondern um Hautqualität wie Feuchtigkeit und Glätte zu verbessern. Als Medizinprodukt seit 2015 in der EU verfügbar.
Behandlung
Tränenrinnenfiller
Hyaluronsäure gegen den müden Blick durch eingesunkene untere Lider. Eine der dünnsten Hautstellen des Gesichts, in der Nähe der Augenarterie — und eine eigene, hier typische Komplikation: die bläulich-graue Fehlfärbung.
Wirkstoff
Abrocitinib
Oraler JAK1-Hemmer als Tablette, einmal täglich. Zugelassen bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis ab 12 Jahren; das US-Label trägt einen Boxed Warning.
Wirkstoff
Bimatoprost (Wimpern)
Prostaglandin-Analogon als 0,03-%-Lösung für den Wimpernansatz (US: Latisse). In den USA bei Wimpern-Hypotrichose zugelassen; für die Kopfhaut rät die deutsche S3-Leitlinie in der stärksten Form ab.
Wirkstoff
Crisaborol
Kortisonfreie Salbe (PDE-4-Hemmer), zweimal täglich. In den USA bei leichter bis mittelschwerer Neurodermitis ab 3 Monaten zugelassen; die EU-Zulassung (Staquis, 2020) wurde 2022 auf Antrag des Inhabers widerrufen.
Wirkstoff
Delgocitinib
Topischer JAK-Hemmer (Creme, zweimal täglich, nur Hände und Handgelenke). In EU und USA bei mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem von Erwachsenen zugelassen.
Wirkstoff
Dupilumab
Antikörper gegen den Interleukin-4-Rezeptor alpha, als Spritze unter die Haut. Bei der Haut zugelassen für mittelschwere bis schwere Neurodermitis; US-Label nennt daneben weitere Erkrankungen, darunter Prurigo nodularis.
Wirkstoff
Finasterid
5-Alpha-Reduktase-Hemmer Typ 2. Zugelassen gegen androgenetischen Haarausfall — in erster Linie ein Erhaltungsmedikament.
Wirkstoff
Glycopyrronium (topisch)
Anticholinergikum als vorgetränktes Tuch (2,4 %), einmal täglich für beide Achseln. In den USA bei primärer axillärer Hyperhidrose ab 9 Jahren zugelassen; eine zentrale EU-Zulassung für das Tuch fand sich nicht.
Wirkstoff
Hyaluronsäure
Körpereigenes Polysaccharid, als vernetztes Gel der meistverwendete Filler. Auflösbar — anders als permanente Materialien.
Wirkstoff
Icotrokinra
Erstes orales Peptid gegen den IL-23-Rezeptor bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis. Seit 18.09.2026 EU-zugelassen, mit Zulassungsstudie direkt gegen Deucravacitinib.
Wirkstoff
Minoxidil (oral, niedrig dosiert)
Minoxidil als Tablette in niedriger Dosis. In der US-Dermatologie Routine, in Deutschland ein Off-Label-Rezept.
Wirkstoff
Minoxidil (topisch)
Äußerlich angewendetes Minoxidil. Neben Finasterid der einzige zugelassene Wirkstoff gegen androgenetischen Haarausfall.
Wirkstoff
Niacinamid
Gut verträglicher Wirkstoff zur Unterstützung der Hautbarriere. Sinnvoller Begleiter bei Rasur und Retinoid-Therapie.
Wirkstoff
Retinol
Rezeptfreie Vorstufe von Tretinoin. Muss die Haut erst zweistufig enzymatisch in die eigentliche Wirkform umwandeln — schwächer, aber seit 2024 auch enger reguliert als lange üblich.
Wirkstoff
Roflumilast (topisch)
Topischer PDE-4-Hemmer als Creme in drei Stärken (0,3 %, 0,15 %, 0,05 %), einmal täglich. Laut US-Label bei Plaque-Psoriasis und leichter bis mittel- schwerer Neurodermitis ab 2 Jahren zugelassen.
Wirkstoff
Ruxolitinib (topisch)
Topischer JAK1/JAK2-Inhibitor als Creme (1,5 %), zweimal täglich. Laut US-Label bei leichter bis mittelschwerer Neurodermitis ab 2 Jahren und bei nichtsegmentaler Vitiligo ab 12 Jahren; mit Warnkasten.
Wirkstoff
Salicylsäure
Fettlösliche Säure, die in die Follikelöffnung eindringt. Mittel der Wahl bei eingewachsenen Barthaaren und Komedonen.
Wirkstoff
Sarecyclin
Orales Antibiotikum der Tetracyclin-Klasse, einmal täglich, in den USA nur für entzündliche Läsionen bei Akne ab 9 Jahren zugelassen. Das Label begrenzt die belegte Wirksamkeit auf 12 Wochen.
Wirkstoff
Sofpironium
Anticholinergikum als Gel mit Pumpspender, einmal täglich abends für beide Achseln. In den USA bei primärer axillärer Hyperhidrose ab 9 Jahren zugelassen; eine EU-Zulassung fand sich nicht.
Wirkstoff
Tapinarof
Topischer Arylhydrocarbon-Rezeptor-Agonist als Creme (1 %), einmal täglich. Laut US-Label bei Plaque-Psoriasis (Erwachsene) und Neurodermitis (ab 2 Jahren) zugelassen; Wirkmechanismus laut Label unbekannt.
Wirkstoff
Tazaroten
Topisches Retinoid als Creme (0,05 % und 0,1 %) oder Lotion (0,045 %). In den USA gegen Akne und Plaque-Psoriasis zugelassen; in der europäischen Akneleitlinie kommt es nicht vor.
Wirkstoff
Tralokinumab
Antikörper gegen Interleukin-13, als Spritze unter die Haut alle zwei Wochen. Zugelassen bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis ab 12 Jahren.
Wirkstoff
Tretinoin
Verschreibungspflichtiges Retinoid. Der am besten belegte topische Wirkstoff gegen Lichtalterung und Akne.
Artikel
Seborrhoisches Ekzem: was zwei Cochrane-Reviews belegen — und was nicht
Schuppen und Rötung an Kopfhaut und Gesicht: Was Antimykotika und entzündungshemmende Cremes im Vergleich zu Placebo leisten, und welche Frage die Studien offen lassen.
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Abnehmspritzen und Haarausfall: was Fachinformation und Studie zeigen
Semaglutid und Tirzepatid führen Haarausfall als häufige Nebenwirkung. Eine BMJ-Kohortenstudie 2026 bestätigt ein erhöhtes Risiko — mit einer Einschränkung: untersucht wurden nur Typ-2-Diabetiker.
Artikel
Icotrokinra: die erste orale IL-23-Tablette gegen Psoriasis, vorerst nur in den USA
Die FDA ließ Icotrokinra 2026 als ersten oralen IL-23-Rezeptor-Hemmer zu, mit Studienvergleich zu Deucravacitinib. Die EU-Zulassung folgte sechs Monate später — Einordnung im neuen Wirkstoffeintrag.
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Minoxidil für den Bart: die Off-Label-Studienlage
Zugelassen ist Minoxidil nur für die Kopfhaut. Für lückenhaften Bartwuchs gibt es zwei plazebokontrollierte Studien — mit einer wichtigen Einschränkung, wen die aktuellere davon untersucht hat.
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Finasterid und Minoxidil kombinieren — oder nacheinander?
Die Leitlinie hält die Kombination für erwägenswert. Was sie über topisches Finasterid sagt, ist dagegen ernüchternd — und stammt aus einer Zeit vor den heutigen Kombipräparaten.
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Minoxidil: die Zahlen hinter 2 und 5 Prozent
Höhere Konzentration wirkt besser, zweimal täglich besser als einmal — beides ist in Zahlen belegt. Die Belege stammen allerdings aus einer Leitlinie von 2011, die seither keinen Nachfolger hat.
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Eigenblut in die Kopfhaut ist eines der meistbeworbenen Angebote. Die S3-Leitlinie spricht weder dafür noch dagegen eine Empfehlung aus — und nennt den Grund erstaunlich offen.
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Wirksamkeit, Nebenwirkungsdebatte und Zeitachse von Finasterid — nüchtern sortiert, damit die Abwägung eine informierte statt einer ängstlichen ist.
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