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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Wirkstoff

Risankizumab

IL-23-Hemmer bei Plaque-Psoriasis, seit 2019 zugelassen — in der Leitlinien-Metaanalyse einer der wirksamsten Wirkstoffe, im direkten Vergleich dem älteren Ustekinumab deutlich überlegen.

Auch: Skyrizi

Anwendung
Injektion
Verschreibung
Rezeptpflichtig
Wirkprinzip
Ein humanisierter monoklonaler Immunglobulin-G1-Antikörper, hergestellt in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters, der selektiv an die p19-Untereinheit von Interleukin-23 bindet, ohne an IL-12 zu binden, und dessen Interaktion mit dem IL-23-Rezeptorkomplex hemmt. Das unterscheidet Risankizumab laut Fachinformation von Ustekinumab, das beide Untereinheiten gemeinsam blockiert.
Dosis
150 mg subkutan in Woche 0, Woche 4 und danach alle 12 Wochen (zwei Injektionen mit der 75-mg-Fertigspritze oder eine Injektion mit dem 150-mg-Fertigpen oder der 150-mg-Fertigspritze).
Wirkeintritt
Die Fachinformation legt die erste Wirksamkeitsbeurteilung auf Woche 16 fest; bei Patienten ohne Ansprechen bis dahin ist ein Abbruch der Behandlung zu erwägen.
Häufige Nebenwirkungen
Infektionen der oberen Atemwege (sehr häufig, 13,0 % in den Psoriasis-Studien) · Tinea-Infektionen, Follikulitis, Kopfschmerz, Pruritus, Ausschlag, Ekzem, Urtikaria, Fatigue/Ermüdung, Reaktionen an der Injektionsstelle (häufig) · Anaphylaktische Reaktionen (selten)
Nicht kombinieren mit
Lebendimpfstoffe (während der Behandlung und für mindestens 21 Wochen danach)

Ungeeignet, wenn: eine klinisch relevante aktive Infektion einschließlich aktiver Tuberkulose vorliegt, bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, sowie ohne vorherige ärztliche Abwägung bei chronischen oder wiederkehrenden Infektionen.

Risankizumab war im Bestand bislang nirgends verarbeitet, obwohl die Netzwerk-Metaanalyse der Psoriasis-Leitlinie es zu den wirksamsten verfügbaren Biologika zählt — und obwohl es in seinen eigenen Zulassungsstudien einen der wenigen direkten Kopf-an-Kopf-Vergleiche mit einem älteren Wirkstoff derselben Zytokin-Familie liefert.

Wofür es zugelassen ist

Zur Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie infrage kommen. Skyrizi ist EU-weit seit dem 26.04.2019 zugelassen. Die Fachinformation weist weitere, hier nicht behandelte Indikationen aus (eine pädiatrische Plaque-Psoriasis-Indikation ab sechs Jahren, Psoriasis-Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) — dieser Artikel beschränkt sich auf die Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen.

Im Wirksamkeitsvergleich der Leitlinie

Die zugrunde liegende Netzwerk-Metaanalyse der aktuellen Leitlinie berechnet für Risankizumab beim Zielwert PASI 90 gegenüber Placebo ein relatives Risiko von 26,16 (95-%-Konfidenzintervall 22,03–31,07) — nach Infliximab, Bimekizumab und Ixekizumab der vierthöchste Wert im gesamten Vergleich. Zusammen mit Bimekizumab und Ixekizumab erreicht Risankizumab den PASI 90 laut Leitlinie mit signifikant höherer Wahrscheinlichkeit als Brodalumab und Guselkumab. Als IL-23-Hemmer gehört es außerdem zu der Gruppe, die zusammen mit Infliximab und den IL-17-Hemmern (mit Ausnahme von Tildrakizumab unter den IL-23-Hemmern) mit signifikant höherer Wahrscheinlichkeit den PASI 90 erreicht als Deucravacitinib, Ustekinumab und die drei TNF-alpha-Hemmer.

Der direkte Vergleich mit Ustekinumab

Die beiden eigenen Zulassungsstudien (UltIMMa-1 und UltIMMa-2, zusammen 997 Teilnehmende) randomisierten nicht nur gegen Placebo, sondern auch gegen Ustekinumab — den älteren IL-12/23-Hemmer, der beide Untereinheiten gemeinsam blockiert. Das Ergebnis in Woche 16, mit exakten Fallzahlen aus der Fachinformation:

RisankizumabUstekinumabPlacebo
PASI 90, UltIMMa-1229/304 (75,3 %)42/100 (42,0 %)5/102 (4,9 %)
PASI 90, UltIMMa-2220/294 (74,8 %)47/99 (47,5 %)2/98 (2,0 %)
PASI 100, UltIMMa-1109/304 (35,9 %)12/100 (12,0 %)0/102 (0,0 %)

Alle Vergleiche von Risankizumab mit Ustekinumab und Placebo erreichten laut Fachinformation ein Signifikanzniveau von p < 0,001 (Ausnahme: PASI 75 in Woche 52 in UltIMMa-2, p = 0,001). Von den Teilnehmenden, die in Woche 16 ein PASI-90-Ansprechen erreichten, hielten 88,4 % (398 von 450) dieses Ansprechen in einer integrierten Analyse bis Woche 52 aufrecht.

Sicherheitsprofil

Die am häufigsten berichtete Nebenwirkung waren Infektionen der oberen Atemwege (13,0 % in den Psoriasis-Studien). Die Gesamtrate aller Infektionen lag bei 75,5 Ereignissen pro 100 Patientenjahre, die Rate schwerwiegender Infektionen bei 1,7 Ereignissen pro 100 Patientenjahre. Vor Therapiebeginn ist ein Tuberkulose-Screening vorgeschrieben, aktive Tuberkulose ist eine Gegenanzeige. Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie sind beschrieben. Lebendimpfstoffe dürfen während der Behandlung und für mindestens 21 Wochen danach nicht gegeben werden.

Ein auffälliger Unterschied zu den in diesem Bestand bereits geführten IL-17-Hemmern: Die Fachinformation von Risankizumab führt keine Warnung zu neu auftretenden oder sich verschlechternden chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen — im Gegenteil, der Wirkstoff ist unter demselben Handelsnamen Skyrizi auch für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zugelassen. Das passt zum Wirkmechanismus: IL-23-Hemmer werden mit einer Verringerung entzündlicher Darmaktivität in Verbindung gebracht, während IL-17-Hemmer wie Bimekizumab oder Ixekizumab diese Erkrankungen laut ihren Fachinformationen auslösen oder verschlechtern können.

Wo es sich einordnet

Risankizumab zählt zusammen mit Bimekizumab und Ixekizumab zur oberen Gruppe der in diesem Bestand geführten Biologika bei der PASI-90-Wahrscheinlichkeit — deutlich vor dem älteren Ustekinumab, gegen das es in den eigenen Zulassungsstudien direkt anerkannt überlegen war. Zum Vergleich mit dem oral einzunehmenden Deucravacitinib und dem älteren, konventionellen Methotrexat.