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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Wirkstoff

Secukinumab

Seit 2015 zugelassener IL-17A-Hemmer bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis — weiterhin Erstlinien-Biologikum, im Wirksamkeitsvergleich aber von neueren Wirkstoffen übertroffen.

Auch: Cosentyx

Anwendung
Injektion
Verschreibung
Rezeptpflichtig
Wirkprinzip
Ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper, der ausschließlich Interleukin-17A neutralisiert — anders als Bimekizumab, das zusätzlich IL-17F hemmt. IL-17A ist ein zentrales Zytokin der Entzündungskaskade der Psoriasis.
Dosis
300 mg subkutan in Woche 0, 1, 2, 3 und 4, danach monatliche Erhaltungsdosis. Bei einem Körpergewicht ab 90 kg kann laut Fachinformation je nach klinischem Ansprechen auf eine Erhaltungsdosis von 300 mg alle zwei Wochen umgestellt werden.
Wirkeintritt
Die Fachinformation legt für alle Indikationen ein übliches Ansprechen innerhalb von 16 Wochen zugrunde; bei fehlendem Ansprechen bis dahin soll ein Abbruch erwogen werden.
Häufige Nebenwirkungen
Infektionen der oberen Atemwege, meist Nasopharyngitis (sehr häufig, 17,1 % in Studien) · Mukokutane Candida-Infektionen (häufiger als unter Placebo: 3,55 gegenüber 1,00 Ereignisse pro 100 Patientenjahre unter 300 mg) · Kopfschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit, Ekzem, Müdigkeit (häufig) · Orale Candidiasis, Otitis externa, neu auftretende chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Neutropenie (gelegentlich)
Nicht kombinieren mit
Lebendimpfstoffe

Ungeeignet, wenn: eine klinisch bedeutsame aktive Infektion einschließlich aktiver Tuberkulose vorliegt, bei bekannter chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (laut Fachinformation nicht empfohlen), bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, sowie ohne vorherige ärztliche Abwägung bei chronischen oder wiederkehrenden Infektionen und bei positiver Hepatitis-B-Serologie.

Secukinumab war im Bestand bislang nur als Vergleichswert in den Einträgen zu Bimekizumab präsent, nie mit einem eigenen Artikel — obwohl es der am längsten zugelassene IL-17-Hemmer bei Psoriasis ist und die Psoriasis-Leitlinie es weiterhin als Erstlinien-Biologikum führt.

Wofür es zugelassen ist

Zur Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie infrage kommen. Cosentyx ist EU-weit seit dem 15.01.2015 zugelassen — mehr als sechs Jahre vor Bimekizumab. Die Fachinformation weist zusätzliche, hier nicht behandelte Indikationen aus (Psoriasis-Arthritis, axiale Spondyloarthritis, Hidradenitis suppurativa, juvenile Formen); dieser Artikel beschränkt sich auf die Anwendung bei Plaque-Psoriasis.

Der etablierte Wirkstoff im Wirksamkeitsvergleich

Die Fachinformation bilanziert über 20.000 in klinischen Studien behandelte Personen und 34.908 Patientenjahre Exposition über alle Indikationen — eine der breitesten Datengrundlagen unter den in diesem Bestand geführten Biologika. Im direkten Wirksamkeitsvergleich der aktuellen Leitlinie schneidet Secukinumab dennoch nicht mehr an der Spitze ab: Laut der zugrunde liegenden Netzwerk-Metaanalyse erreichen Bimekizumab und Ixekizumab beim Zielwert PASI 90 mit signifikant höherer Wahrscheinlichkeit ein Ansprechen als Secukinumab. Die Leitlinie führt Secukinumab dennoch unverändert als eine von mehreren zulässigen Erstlinien-Optionen.

Die Sicherheitsseite: geringeres, aber nicht fehlendes Candida-Risiko

Weil IL-17A auch die Immunabwehr gegen Candida-Pilze mitreguliert, steigt unter jedem IL-17-Hemmer das Risiko mukokutaner Candida-Infektionen — laut Fachinformation 3,55 gegenüber 1,00 Ereignisse pro 100 Patientenjahre unter Placebo in den Psoriasis-Zulassungsstudien. Im direkten Vergleich mit dem dual wirkenden Bimekizumab fällt der Unterschied deutlich aus: In der Kopf-an-Kopf-Studie BE RADIANT, die auch im Bimekizumab-Artikel dieses Bestands verarbeitet ist, entwickelten über 48 Wochen 4,6 Prozent (17 von 370) der mit Secukinumab Behandelten eine Candida-Infektion, gegenüber 21,2 Prozent (79 von 373) unter Bimekizumab. Secukinumab schneidet hier also klar günstiger ab als der neuere, wirksamere Wirkstoff — ein Kompromiss, keine eindeutige Überlegenheit in beide Richtungen.

Weitere Sicherheitsaspekte

Neu auftretende oder sich verschlechternde chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sind unter Secukinumab beschrieben; die Fachinformation rät bei bestehender Erkrankung ausdrücklich von der Anwendung ab. Vor Therapiebeginn ist ein Tuberkulose-Screening vorgeschrieben, aktive Tuberkulose ist eine Gegenanzeige. Bei positiver Hepatitis-B-Serologie soll während der Behandlung auf eine Reaktivierung geachtet werden. Lebendimpfstoffe dürfen unter der Therapie nicht gegeben werden; inaktivierte Impfstoffe sind laut einer in der Fachinformation zitierten Studie an gesunden Freiwilligen ohne verminderte Immunantwort möglich.

Wo es sich einordnet

Für Personen, die zwischen mehreren zugelassenen Erstlinien-Biologika wählen können, bildet Secukinumab damit einen Mittelweg ab: schwächer in der Netzwerk-Metaanalyse der Leitlinie als Bimekizumab oder Ixekizumab, dafür mit einem geringeren Candida-Risiko als das dual wirkende Bimekizumab und der längsten Erfahrung aller in diesem Bestand geführten IL-17-Hemmer. Zum Vergleich mit dem oral einzunehmenden Deucravacitinib und dem älteren, konventionellen Methotrexat.