- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Wirkstoff
Ixekizumab
IL-17A-Hemmer bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, seit 2016 zugelassen — in der Leitlinien-Netzwerk-Metaanalyse unter den wirksamsten Optionen.
Auch: Taltz
- Anwendung
- Injektion
- Verschreibung
- Rezeptpflichtig
- Wirkprinzip
- Ein rekombinanter, humanisierter monoklonaler Antikörper, hergestellt in CHO-Zellen, der ausschließlich Interleukin-17A neutralisiert — wie Secukinumab, anders als das zusätzlich IL-17F hemmende Bimekizumab. IL-17A ist ein zentrales Zytokin der Entzündungskaskade der Psoriasis.
- Dosis
- 160 mg subkutan (zwei Injektionen zu je 80 mg) in Woche 0, gefolgt von 80 mg in den Wochen 2, 4, 6, 8, 10 und 12; anschließende Erhaltungsdosis 80 mg alle 4 Wochen.
- Wirkeintritt
- Die Zulassungsstudien werten den Behandlungserfolg standardmäßig in Woche 12 aus.
- Häufige Nebenwirkungen
- Infektionen der oberen Atemwege, meist Nasopharyngitis (sehr häufig, 16,4 % in den Zulassungsstudien), Reaktionen an der Injektionsstelle (sehr häufig, 15,5 %) · Tinea-Infektionen, mukokutaner Herpes simplex, Übelkeit (häufig) · Influenza, Rhinitis, orale Candidose, Konjunktivitis, Phlegmone, Neutropenie, Thrombozytopenie, Angioödem, neu auftretende oder sich verschlechternde chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Urtikaria, Ausschlag, Ekzem (gelegentlich) · Ösophageale Candidose, Anaphylaxie, exfoliative Dermatitis (selten)
- Nicht kombinieren mit
- Lebendimpfstoffe
Ungeeignet, wenn: eine klinisch relevante aktive Infektion einschließlich aktiver Tuberkulose vorliegt, bei bekannter chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (laut Fachinformation nicht empfohlen), bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, sowie ohne vorherige ärztliche Abwägung bei chronischen oder wiederkehrenden Infektionen.
Ixekizumab war im Bestand bislang nur als Vergleichswert in den Einträgen zu Bimekizumab und Secukinumab präsent, obwohl die Netzwerk-Metaanalyse der Psoriasis-Leitlinie es zu den wirksamsten verfügbaren Biologika zählt.
Wofür es zugelassen ist
Zur Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie infrage kommen. Taltz ist EU-weit seit dem 25.04.2016 zugelassen — vor Secukinumabs engerer Konkurrenz Bimekizumab (2021), aber mehr als ein Jahr nach Secukinumab selbst (2015). Die Fachinformation weist zusätzliche, hier nicht behandelte Indikationen aus (Psoriasis-Arthritis, axiale Spondyloarthritis, juvenile Formen); dieser Artikel beschränkt sich auf die Anwendung bei Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen.
Im Wirksamkeitsvergleich der Leitlinie
Die zugrunde liegende Netzwerk-Metaanalyse der aktuellen Leitlinie berechnet für Ixekizumab beim Zielwert PASI 90 gegenüber Placebo ein relatives Risiko von 27,35 (95-%-Konfidenzintervall 23,15–32,29) — nahezu identisch mit dem Wert für Bimekizumab (RR 27,86). Die Leitlinie hält fest: Bimekizumab und Ixekizumab erreichen PASI 90 mit signifikant höherer Wahrscheinlichkeit als Secukinumab, und alle drei — Bimekizumab, Ixekizumab und Risankizumab — schneiden gegenüber Brodalumab und Guselkumab ebenfalls signifikant besser ab. Ixekizumab zählt damit zur oberen Gruppe der verfügbaren Biologika, ohne dass die Leitlinie einen weiteren Unterschied zwischen dieser oberen Gruppe selbst als statistisch gesichert ausweist.
In den drei eigenen Zulassungsstudien (UNCOVER-1, -2 und -3) erreichten unter der zugelassenen Erhaltungsdosis (80 mg alle 4 Wochen) in Woche 12 beispielsweise in UNCOVER-1 64,6 % (279 von 432) der mit Ixekizumab Behandelten einen PASI 90, gegenüber 0,5 % (2 von 431) unter Placebo; einen vollständig erscheinungsfreien PASI 100 erreichten 33,6 % gegenüber 0 %.
Sicherheitsprofil
Häufigste Nebenwirkungen waren Reaktionen an der Injektionsstelle (15,5 %) und Infektionen der oberen Atemwege (16,4 %, meist Nasopharyngitis). Über die gesamte Studiendauer wurden bei 52,8 % der Behandelten Infektionen berichtet (46,9 Ereignisse pro 100 Patientenjahre), schwerwiegende Infektionen bei 1,6 % (1,5 pro 100 Patientenjahre). Orale und ösophageale Candidose sind in der Fachinformation als eigene Nebenwirkungen mit den Häufigkeitskategorien „gelegentlich” beziehungsweise „selten” ausgewiesen — anders als bei Secukinumab und Bimekizumab liefert die Fachinformation dafür keine exakte Prozentzahl oder Studienvergleichszahl; ein direkter Zahlenvergleich zum Candida-Risiko der beiden anderen IL-17-Hemmer in diesem Bestand lässt sich daraus nicht ableiten — eine Lücke, die hier benannt statt geschätzt wird.
Wie bei den anderen IL-17-Hemmern sind neu auftretende oder sich verschlechternde chronisch-entzündliche Darmerkrankungen beschrieben; bei bestehender Erkrankung rät die Fachinformation von der Anwendung ab. Vor Therapiebeginn ist ein Tuberkulose-Screening vorgeschrieben, aktive Tuberkulose ist eine Gegenanzeige. Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie sind beschrieben, darunter auch verzögerte Reaktionen 10 bis 14 Tage nach der Injektion. Lebendimpfstoffe dürfen unter der Therapie nicht gegeben werden.
Wo es sich einordnet
Ixekizumab bildet zusammen mit Bimekizumab die Spitzengruppe der in diesem Bestand geführten Biologika bei der PASI-90-Wahrscheinlichkeit, gegenüber dem etablierteren, aber in der Netzwerk-Metaanalyse schwächer abschneidenden Secukinumab. Anders als bei Bimekizumab liegt für das Candida-Risiko kein direkter, in Studien beziffertes Vergleichsergebnis vor. Zum Vergleich mit dem oral einzunehmenden Deucravacitinib und dem älteren, konventionellen Methotrexat.