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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
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Vernarbend oder nicht: die Unterscheidung, die alles entscheidet

Ob Haare überhaupt nachwachsen können, hängt an einer einzigen Frage. Sie lässt sich in Minuten klären — mit einem Gerät, das jede Hautarztpraxis hat.

Von der GLABRIO-Redaktion2 Min. Lesezeit

Quellenlage geprüft am 24. August 2026.

Bei Haarausfall gibt es eine Frage, die vor allen anderen steht — vor der Ursache, vor der Therapie, vor der Prognose. Sie lautet: Ist der Haarfollikel noch da?

Warum das die entscheidende Frage ist

Bei nicht vernarbenden Formen bleibt die Struktur erhalten, aus der ein Haar wachsen kann. Der Follikel ist geschrumpft, entzündet oder in einer verlängerten Ruhephase — aber vorhanden. Deshalb ist ein Nachwachsen grundsätzlich möglich, auch nach Jahren.

Bei vernarbenden Formen wird der Follikel durch Bindegewebe ersetzt. Was weg ist, kommt nicht wieder. Jede Behandlung zielt dann darauf, das Fortschreiten aufzuhalten — nicht darauf, Verlorenes zurückzuholen.

Die drei häufigsten Formen, die Männer betreffen, sind alle nicht vernarbend: die androgenetische Alopezie, die Alopecia areata und das diffuse Effluvium. Näheres: Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall.

Bei der Alopecia areata beschreibt die Leitlinie das ausdrücklich als definierendes Merkmal:

Die Alopecia areata ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch einen akut einsetzenden, nicht vernarbenden Haarausfall gekennzeichnet ist.

Wie es geklärt wird

Die deutsche S3-Leitlinie nennt dafür ein Verfahren, und sie nennt genau diese Leistung zuerst:

Die dermatoskopische Untersuchung ist besonders wichtig für die Unterscheidung zwischen nicht vernarbenden und vernarbenden Haarerkrankungen, speziell auch für die Bestätigung der klinischen Verdachtsdiagnose einer AA und die Bewertung ihrer Krankheitsaktivität.

Die Trichoskopie ist nichtinvasiv, dauert Minuten und braucht kein Labor. Empfohlen wird zunächst eine trockene Untersuchung, um Schuppen oder perifollikuläre Keratosen nicht zu übersehen — genau diese Befunde sind Hinweise auf vernarbende Prozesse.

Woran man selbst etwas bemerken kann

Man kann die Unterscheidung nicht selbst treffen. Es gibt aber Beobachtungen, die einen Termin dringlicher machen:

  • Rötung, Schuppung oder Schmerzen an den betroffenen Stellen. Nicht vernarbender Haarausfall tut in der Regel nicht weh.
  • Glatte, glänzende Areale, in denen keine Follikelöffnungen mehr erkennbar sind.
  • Brennen oder Juckreiz, der dem Haarverlust vorausgeht.

Beim anlagebedingten Haarausfall fehlt all das — er schreitet unauffällig voran. Bei der Alopecia areata sind die Areale scharf begrenzt, aber die Kopfhaut ist unauffällig.

Warum die Zeit dabei zählt

Bei nicht vernarbenden Formen ist ein später Beginn ärgerlich, aber nicht endgültig. Bei vernarbenden ist jeder Monat, in dem nichts geschieht, verlorene Substanz.

Das ist der praktische Grund, warum eine Abklärung sinnvoll ist, auch wenn man mit dem Ergebnis leben könnte: Man erfährt, in welcher der beiden Kategorien man sich befindet — und damit, wie eilig es ist.

Was danach kommt

Wenn die Antwort „nicht vernarbend” lautet, folgt die zweite Frage: welche Form. Der Ablauf des ersten Termins steht in Der erste Termin beim Haarausfall, und die Systematik der Behandlungen in Der Fahrplan.

Und eine Konstellation, die häufiger vorkommt als gedacht: Bei einer Alopecia areata wäre eine Haartransplantation der falsche Weg — dort greift das Immunsystem auch die verpflanzten Follikel an. Auch das klärt sich mit der Diagnose, nicht mit dem Angebot.

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