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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Analyse

Tageslicht statt Lampe: die schmerzarme Variante der PDT

Die photodynamische Therapie gilt als wirksam und als unangenehm. Für die Tageslichtvariante spricht die Leitlinie eine eigene Empfehlung aus — auch bei flächigem Befall.

Von der GLABRIO-Redaktion2 Min. Lesezeit

Quellenlage geprüft am 24. August 2026.

Die photodynamische Therapie ist eines der wirksamsten Verfahren gegen aktinische Keratosen — und eines der unangenehmsten. Die konventionelle Variante mit Rotlichtlampe gilt als schmerzhaft. Die Tageslichtvariante ist der Versuch, das zu ändern, und sie hat eine eigene Leitlinienempfehlung.

Die Empfehlung

Eine photodynamische Therapie mit natürlichem oder simuliertem Tageslicht mit 5-Aminolävulinsäure (ALA) oder ihrem Methylester (MAL) sollte für einzelne oder multiple aktinische Keratosen sowie bei Feldkanzerisierung angeboten werden.

Empfehlungsgrad B, Evidenzlevel 1, starker Konsens, für die Fassung 2022 neu bearbeitet.

Bemerkenswert ist der letzte Teil: auch bei Feldkanzerisierung. Das ist die Ausgangslage, die bei Männern mit schütterem Haar an der Kopfhaut typisch ist — nicht einzelne Herde, sondern ein flächig geschädigtes Areal. Siehe Feldkanzerisierung der Kopfhaut.

Wie es funktioniert

Aufgetragen wird ein Vorläuferstoff, den die veränderten Zellen in Protoporphyrin IX umbauen — eine lichtempfindliche Substanz, die sich bevorzugt dort anreichert, wo die Zellteilung erhöht ist. Trifft Licht darauf, entstehen reaktive Sauerstoffverbindungen, die die Zellen zerstören.

Der Unterschied zwischen den Varianten liegt in der Lichtquelle: Rotlichtlampe mit hoher Intensität in kurzer Zeit — oder Tageslicht über mehrere Stunden mit geringerer Intensität. Weil das Protoporphyrin bei der Tageslichtvariante laufend abgebaut wird, während es entsteht, sammelt sich weniger davon an. Das ist der Grund für die bessere Verträglichkeit.

Zu den Wirkstoffen: 5-Aminolävulinsäure und Methylaminolävulinat.

Was die Leitlinie zur konventionellen Variante sagt

Methylaminolävulinat ist in Kombination mit rotem Licht seit 2003 zugelassen — für leichte bis moderate aktinische Keratosen nach Olsen-Grad I bis II bei immunkompetenten Erwachsenen.

Die Anwendung ist genau beschrieben: Läsionsvorbehandlung durch Entfernung von Schuppen und Krusten und Anrauen der Oberfläche, dann Auftragen in einer Schichtdicke von 1 mm; bei Feldkanzerisierung auf eine Fläche von bis zu etwa 20 cm².

Diese Vorbehandlung ist kein Detail — sie entscheidet darüber, ob der Wirkstoff überhaupt dorthin gelangt, wo er wirken soll.

Die praktische Abwägung

konventionelle PDTTageslicht-PDT
LichtquelleRotlichtlampe in der PraxisTageslicht oder simuliertes Tageslicht
Zeitaufwandkurze Belichtungmehrere Stunden
Wetterabhängigkeitkeinebei natürlichem Tageslicht gegeben
Verträglichkeitschmerzhafterschmerzärmer

Für die Behandlungsdauer insgesamt zählt beides zur mittleren Kategorie der Leitlinientabelle — ein bis sechs Wochen. Der Vergleich mit den anderen Verfahren: Wie lange dauert welches Verfahren.

Warum die Verträglichkeit über den Erfolg entscheidet

Die Leitlinie hält an anderer Stelle fest, dass sich bei eingeschränkter Therapieadhärenz Verfahren mit kurzer Therapiedauer anbieten. Dasselbe Argument gilt für die Schmerzhaftigkeit: Ein Verfahren, das beim ersten Mal so unangenehm ist, dass der zweite Termin nicht stattfindet, hat sein Potenzial nicht ausgeschöpft.

Und die Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, verschiedene feld- oder läsionsgerichtete Verfahren zu kombinieren — primär oder nacheinander. Siehe Kombinationstherapie und läsionsgerichtet und feldgerichtet.

Vorher

Wie bei allen Feldtherapien steht die Frage davor: Ist es eine aktinische Keratose — oder steckt bereits ein invasives Plattenepithelkarzinom darin? Bei verdickten, unklaren oder wiederkehrenden Herden führt der Weg über die Gewebeentnahme.

Alles Weitere: photodynamische Therapie und Tageslicht-PDT.

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