- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Analyse
Rhinophym: warum ein altes Foto zur Behandlung gehört
Die Knollennase ist fast ausschließlich ein Männerbefund. Die Leitlinie gibt eine starke Empfehlung — und einen Hinweis, den man nirgends sonst liest.
Quellenlage geprüft am 24. August 2026.
Das Rhinophym — die knollig verdickte Nase — ist eine Spätform der Rosazea und betrifft fast ausschließlich Männer. Es ist außerdem einer der wenigen ästhetisch relevanten Befunde, bei dem die Leitlinie eine starke Empfehlung ausspricht.
Was empfohlen wird
| Verfahren | Empfehlung |
|---|---|
| CO₂-Laser 10.600 nm, traditionell ablativ oder fraktioniert im Frühstadium | wird empfohlen (100 %) |
| Er:YAG 2.940 nm, traditionell ablativ oder fraktioniert im Frühstadium | wird empfohlen (100 %) |
Beide mit der stärksten Empfehlungsform und einstimmiger Zustimmung. Die Behandlung kann als Einzel- oder Kombinationsbehandlung erfolgen.
Das unterscheidet das Rhinophym deutlich von den meisten anderen Indikationen in dieser Leitlinie, wo überwiegend „kann empfohlen werden” oder „kann erwogen werden” steht.
Der Hinweis, der überrascht
In den sonstigen Hinweisen steht ein Satz, den man in keinem Angebot findet:
Bei dieser Indikation sollte ggf. anhand eines älteren Fotos die ursprüngliche Form der Nase inspiziert werden, um eine Überkorrektur mit der Gefahr der Narbenbildung zu vermeiden.
Das Rhinophym wächst über Jahre. Wer abträgt, muss wissen, wohin — und die ursprüngliche Nasenform ist nach Jahrzehnten nicht mehr rekonstruierbar, außer über ein Bild.
Wer sich behandeln lassen will, sollte also ein altes Foto mitbringen. Das ist eine Vorbereitung, die nichts kostet und das Ergebnis verändern kann.
Was man über den Eingriff wissen sollte
Die Leitlinie ist bei zwei Punkten unmissverständlich.
Zum Schmerz:
Eine ablative Laserbehandlung bei Rhinophym ist sehr schmerzhaft und kann nur unbefriedigend in Lokalanästhesie durchgeführt werden.
Das ist eine Aussage über das Narkoseverfahren. Wer eine Behandlung „in örtlicher Betäubung, dauert eine halbe Stunde” angeboten bekommt, sollte nachfragen.
Zur Reihenfolge:
Bei gleichzeitig bestehenden Teleangiektasien sollten diese vor der Behandlung des Rhinophyms in einer gesonderten Sitzung entfernt werden, um das Blutungsrisiko während der Rhinophymbehandlung zu verkleinern.
Also zwei Termine, nicht einer. Und zwar in dieser Reihenfolge.
Und eine Ausschlussbedingung: Stark vorgebräunte Haut soll nicht behandelt werden.
Die Risiken
Die Leitlinie führt für das Rhinophym eigene Punkte in der Aufklärungsliste:
Bei Rhinophym: Narben, Verziehungen, Beeinträchtigung der Nasenatmung.
Der letzte Punkt ist der, der über Kosmetik hinausgeht. Zu tief abgetragenes Gewebe kann die Nasenflügel destabilisieren.
Dazu die allgemeinen Punkte der Rosazea-Behandlung: Bläschen, Krusten, Purpura, Blutergüsse, Schwellungen, Hyper- oder Hypopigmentierung und — sehr selten — bakterielle Infektionen.
Vorher: die Diagnose sichern
Die Leitlinie verlangt vor jeder Behandlung, dass die Benignität durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Dermatologie mit geeigneten Verfahren sichergestellt wird. Bei einer über Jahre gewachsenen Nasenveränderung ist das keine Formalie.
Und wie bei der Rosazea insgesamt gehört eine Anamnese zu den Triggerfaktoren dazu — scharfe Gewürze, Alkohol, Sonnenlicht.
Was danach bleibt
Das Rhinophym ist die Folge einer Erkrankung, die nach der Abtragung weiterläuft. Die Behandlung der Gefäßkomponente ist rein symptomatisch, und bei entsprechender Veranlagung sind Rezidive häufig. Die Zahlen dazu: Rosazea lasern.
Die Basis bleibt die topische und gegebenenfalls systemische Therapie: Rosazea-Basistherapie, Ein Antibiotikum, das keines sein soll und für die Einordnung insgesamt Rosazea beim Mann.
Zum Verfahren selbst: Rhinophym-Abtragung.