- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Analyse
Besenreiser und Äderchen: was der Laser kann — und was zuerst kommt
Bevor ein Laser an Besenreiser geht, verlangt die Leitlinie eine andere Abklärung. Danach entscheidet die Farbe des Gefäßes über die Wellenlänge.
Quellenlage geprüft am 24. August 2026.
Besenreiser sind kein reines Frauenthema — sie werden bei Männern nur seltener behandelt, weil sie seltener angesprochen werden. Die deutsche Leitlinie zur Lasertherapie behandelt sie als eigene Indikation, und sie beginnt nicht mit dem Gerät.
Was vor dem Laser kommt
Unter „erforderliche diagnostische Maßnahmen vor der Laserbehandlung” steht ein einziger Punkt:
Ausschluss bzw. vorherige Behandlung einer venösen Insuffizienz.
Das ist der wichtigste Satz des Kapitels. Besenreiser können Ausdruck eines Klappenproblems der tiefer liegenden Venen sein. Wer sie oberflächlich wegbehandelt, ohne das zu klären, behandelt ein Symptom und bekommt es wieder.
Was behandelt wird
Die Leitlinie beschreibt den Befund präzise: lineare und netzförmige venöse Gefäßektasien der Dermis, meist am Oberschenkel, typisch livide, seltener hellrot.
Die Farbe ist dabei keine Kosmetik, sondern die entscheidende technische Angabe — sie sagt, wie tief das Gefäß liegt und welche Wellenlänge es erreicht.
| Empfehlung | Stärke |
|---|---|
| Nd:YAG 1.064 nm | wird empfohlen (100 %) |
| Farbstofflaser 585–610 nm gepulst, bei Matting | kann empfohlen werden (100 %) |
| KTP 532 nm bei hellroten Besenreisern | kann erwogen werden (100 %) |
Das Verfahren dahinter heißt selektive Fotokoagulation. Die Leitlinie ordnet die Wellenlängen der Farbe zu: livide Gefäße mit 1.064, 940 oder 810 nm, hellrote mit 532, 577 oder 589 nm, Matting mit 595–610 nm.
Was realistisch ist
Die Leitlinie führt in der Aufklärungsliste auf, was dazugehört:
- wiederholte Behandlung häufig
- Rezidive möglich
- selten Narbenbildung, Atrophie sowie Hyper- oder Hypopigmentierung — abhängig vom Hauttyp
- als Nebenwirkungen Erythem, Schwellung, Krusten
Und sie nennt ausdrücklich die Alternative: „Alternative Behandlung durch Sklerotherapie möglich.” Der Laser ist also nicht die einzige Antwort — bei kombiniertem Vorgehen kann eine Kompressionstherapie mit Stützstrümpfen für sieben Tage erforderlich sein.
Abgrenzung: Äderchen im Gesicht
Teleangiektasien im Gesicht sind eine andere Indikation mit eigenen Empfehlungen — und ein häufiges Zeichen der Rosazea. Wer sie behandeln lässt, ohne die zugrunde liegende Rosazea zu adressieren, hat dasselbe Problem wie bei den Beinen: Symptom weg, Ursache da. Siehe Teleangiektasien lasern, Rosazea-Erythem und Rosazea beim Mann.
Nach der Behandlung
Wie bei allen Laserbehandlungen: Lichtschutz mit LSF 50+ oder Verschattung und vier Wochen ohne UV. Zur topischen Nachsorge nennt die Leitlinie bei selektiver Fotokoagulation beispielhaft Panthenol-Salbe oder -schaum.
Wer wissen will, warum die Wellenlänge über alles entscheidet: Was ein Laser mit der Haut macht.