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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Einstieg

Altersflecken: was weggelasert werden darf — und was nicht

Für Lentigines gibt es klare Empfehlungen. Für pigmentierte Muttermale gibt die Leitlinie eine Negativempfehlung — aus einem Grund, der nichts mit Kosmetik zu tun hat.

Von der GLABRIO-Redaktion2 Min. Lesezeit

Quellenlage geprüft am 24. August 2026.

Braune Flecken auf Handrücken, Unterarmen und Stirn sind das sichtbarste Zeichen jahrzehntelanger UV-Belastung — und bei Männern häufig ausgeprägter, weil die Belastung höher war. Der Laser kann sie entfernen. Die entscheidende Frage kommt aber davor.

Was der Fleck ist

Die Leitlinie unterscheidet scharf zwischen zwei Gruppen, und der Unterschied ist kein kosmetischer.

Lentigines und Café-au-Lait-Flecken sind gutartige Pigmentierungen. Für sie gibt es klare Empfehlungen:

VerfahrenEmpfehlung
Q-switched Rubinlaser 694 nm, KTP 532 nm (Piko-/Nanosekunden)wird empfohlen (100 %)
Q-switched Alexandrit 755 nm (Pikosekunden)wird empfohlen (100 %)
Q-switched Nd:YAG 1.064 nmkann empfohlen werden (100 %)
Farbstofflaser, KTP, Alexandrit im Millisekundenbereichkann empfohlen werden (100 %)
IPLkann empfohlen werden (100 %)
CO₂ oder Er:YAG ablativkann erwogen werden

Pigmentierte melanozytäre Naevi — also Muttermale — sind eine andere Geschichte. Hier steht ein konsensbasiertes Statement, verabschiedet im starken Konsens mit 100 Prozent:

Die Laserung eines pigmentierten melanozytären Naevus wird nicht empfohlen. In begründeten Ausnahmefällen z. B. bei kosmetisch starker Beeinträchtigung kann die Laserung … erwogen werden und von in der Beurteilung und Laserung pigmentierter Hautveränderungen erfahrenen Fachärzten durchgeführt werden. Vor der Laserung ist der Ausschluss von Malignität durch geeignete Verfahren durch einen Hautfacharzt erforderlich.

Warum das keine Formalie ist

Ein Laser zerstört das Gewebe. Was zerstört ist, kann niemand mehr unter dem Mikroskop ansehen. Wenn in dem Fleck ein Melanom steckte, ist der Befund weg — und mit ihm die Möglichkeit, ihn zu erkennen.

Deshalb verlangt die Leitlinie bei melanozytären Neoplasien aus differenzialdiagnostischen und forensischen Gründen eine histologische Untersuchung — etwa durch eine Shave-Exzision mit unmittelbar folgender Laserablation. Der Fleck wird also erst abgetragen und untersucht, dann gelasert.

Die ausführliche Warnung: Flachexzision statt Laser.

Der zweite Grund, genau hinzusehen

Ein weiterer Hinweis der Leitlinie zu dermalen Naevi: Wegen der nur oberflächlichen Entfernung muss auf die Möglichkeit eines Rezidivs hingewiesen werden — gegebenenfalls „auch mit stärkerer Pigmentbildung im Vergleich zum Vorbefund”.

Ein wiederkommender, dunklerer Fleck an einer Stelle, an der schon einmal gelasert wurde, ist eine unangenehme Ausgangslage für jede spätere Beurteilung.

Was Männer daraus mitnehmen

Männer gehen seltener und später zum Hautkrebsscreening — und tragen zugleich häufiger die Areale mit der höchsten kumulativen UV-Dosis: Kopfhaut, Nacken, Unterarme. Wer dort braune Flecken entfernen lassen will, sollte den Termin so legen, dass zuerst die Beurteilung steht und dann die Behandlung.

Wann sich ein systematisches Beobachten lohnt, steht in Muttermal-Monitoring. Und wenn der Befund flächig ist statt punktuell, ist möglicherweise gar nicht der Fleck das Thema, sondern das Feld: Feldkanzerisierung der Kopfhaut.

Nach der Behandlung

Wie bei allen Laserbehandlungen: Lichtschutz mit LSF 50+ oder Verschattung durch Kleidung, vier Wochen ohne UV. Was wenig überrascht — die Flecken sind ja UV-bedingt entstanden. Die Behandlung entfernt das Ergebnis, nicht die Ursache. Zur Ursache: Sonnenschutz, was die Leitlinie sagt.

Quellen

  1. S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut, AWMF-Register-Nr. 013-095Leitlinie · Stand 11.01.2022, gültig bis 10.01.2027 · register.awmf.org

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