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Lexikon · Klinik

Zweitmelanom

Ein weiteres, unabhängiges Melanom. Der Grund, warum Nachsorge über das Rezidivrisiko hinausgeht.

Auch: Zweittumor

Die zwei Aufgaben der Melanom-Nachsorge und ihre unterschiedliche LaufzeitZwei Spuren übereinander. Die obere ist die Tumornachsorge: Sie beginnt mit dreimonatigen Intervallen, geht bei sinkendem Risiko auf sechs Monate und dann auf jährliche Abstände über und ist auf bis zu zehn Jahre angelegt. Die untere ist die Früherkennung von Zweitmelanomen: jährlich und lebenslang, in besonderen Risikofällen halbjährlich. Sie endet nicht. Die Leitlinie legt nicht fest, wann genau die Intervalle der oberen Spur verlängert werden.TumornachsorgeRezidiv und Metastasenalle 3 Monatealle 6 Monatejährlichbis zu10 JahreWann verlängert wird, legt die Leitlinie nicht fest — das richtet sich nach dem Risiko.Früherkennung von Zweitmelanomeneine andere Frage, ein anderes Intervalljährlich — lebenslangIn besonderen Risikofällen — etwa dysplastisches Nävussyndrom oder familiäresMelanom — nennt die Leitlinie dauerhaft halbjährliche Untersuchungen.
Zwei Aufgaben, die oft verwechselt werden: Die eine endet, die andere nicht.Die Leitlinie legt nicht fest, in welchem Jahr von drei auf sechs und von sechs auf zwölf Monate gewechselt wird — das ist risikoadaptiert. Die Balken zeigen die Abfolge, keine datierten Übergänge.Quelle: S3-Leitlinie Melanom 032/024OL, Version 3.3 (Juli 2020)

Ein Zweitmelanom ist kein Rückfall, sondern ein neuer, unabhängiger Tumor. Wer einmal ein Melanom hatte, trägt die Risikokonstellation weiter — und „Melanom in der Vorgeschichte” ist selbst einer der vier wichtigen erworbenen Risikofaktoren, die die Präventionsleitlinie mit 100 Prozent Konsens nennt.

Die S3-Leitlinie zum Melanom referiert die Debatte um die Nachsorgedauer: Eine langfristige oder lebenslange Nachsorge werde von einigen Gruppen vorwiegend aufgrund eines erhöhten Zweitmelanomrisikos empfohlen — wobei einige Studien zeigten, dass die meisten Zweitmelanome in den ersten beiden Jahren nach Diagnose des Erstmelanoms auftreten.

Für Spätrezidive und protrahiert auftretende Zweitmelanome empfiehlt sie die Anleitung zur intensiven Selbstuntersuchung.

Beides zusammen ergibt die praktische Regel: dichte Kontrollen in den ersten Jahren, dann ausgedünnt — aber die eigene Aufmerksamkeit bleibt.