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Lexikon · Recht und Zulassung

Nachsorge beim Melanom

Etwa 20 Prozent der Rezidive treten erst nach dem fünften Jahr auf. Deshalb reicht die Nachsorge weiter.

Auch: Melanom-Nachsorge

Die zwei Aufgaben der Melanom-Nachsorge und ihre unterschiedliche LaufzeitZwei Spuren übereinander. Die obere ist die Tumornachsorge: Sie beginnt mit dreimonatigen Intervallen, geht bei sinkendem Risiko auf sechs Monate und dann auf jährliche Abstände über und ist auf bis zu zehn Jahre angelegt. Die untere ist die Früherkennung von Zweitmelanomen: jährlich und lebenslang, in besonderen Risikofällen halbjährlich. Sie endet nicht. Die Leitlinie legt nicht fest, wann genau die Intervalle der oberen Spur verlängert werden.TumornachsorgeRezidiv und Metastasenalle 3 Monatealle 6 Monatejährlichbis zu10 JahreWann verlängert wird, legt die Leitlinie nicht fest — das richtet sich nach dem Risiko.Früherkennung von Zweitmelanomeneine andere Frage, ein anderes Intervalljährlich — lebenslangIn besonderen Risikofällen — etwa dysplastisches Nävussyndrom oder familiäresMelanom — nennt die Leitlinie dauerhaft halbjährliche Untersuchungen.
Zwei Aufgaben, die oft verwechselt werden: Die eine endet, die andere nicht.Die Leitlinie legt nicht fest, in welchem Jahr von drei auf sechs und von sechs auf zwölf Monate gewechselt wird — das ist risikoadaptiert. Die Balken zeigen die Abfolge, keine datierten Übergänge.Quelle: S3-Leitlinie Melanom 032/024OL, Version 3.3 (Juli 2020)

Die S3-Leitlinie begründet die Dauer der Nachsorge mit einer konkreten Zahl:

Da jedoch ca. 20 % der Rezidive nach dem Jahr 5 nach Primärdiagnose auftreten, scheint es sinnvoll, die Dauer der Nachsorge bis 10 Jahre aufrechtzuerhalten.

Für Spätrezidive und für protrahiert auftretende Zweitmelanome empfiehlt sie zusätzlich, Patientinnen und Patienten zu einer intensiven Selbstuntersuchung anzuleiten — mit der Begründung, dass diese lebenslang durch sie selbst durchgeführt werden kann.

Zur Frage lebenslanger Nachsorge referiert die Leitlinie unterschiedliche Positionen: Einige Gruppen empfehlen sie vorwiegend wegen eines erhöhten Zweitmelanomrisikos, während einige Studien zeigten, dass die meisten Zweitmelanome in den ersten beiden Jahren nach Diagnose des Erstmelanoms auftreten.

Die praktische Konsequenz

Die wirksamste Nachsorge ist die, die zwischen den Terminen stattfindet. Wer einmal ein Melanom hatte, sollte wissen, worauf zu achten ist — und das regelmäßig tun, nicht nur beim Kontrolltermin.