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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Begrenzte Daten
  • Status:In Deutschland zugelassen

Injektionen

Ohrläppchen-Filler

Auffüllung erschlaffter oder ausgedünnter Ohrläppchen mit Hyaluronsäure. Bislang nur in einer kleinen Fallserie untersucht — und ausschließlich an Frauen.

Auch: Ohrläppchen-Rejuvenation · Earlobe Filler

Wirkprinzip
Ein vernetzter Hyaluronsäure-Filler wird zur Volumenwiederherstellung eingebracht; in der ausgewerteten Studie ergänzt um einen niedrigviskosen, nicht vernetzten Hyaluronsäure-Skin-Booster, der die Hautqualität des sehr dünnen Ohrläppchengewebes verbessern soll.
Körperregion
Ohrläppchen
Sitzungen
Einzelsitzung in der ausgewerteten Studie; bei abbaubarem Material ist eine Auffrischung nach Abbau des Materials zu erwarten, dazu liegen aber keine Langzeitdaten vor.
Ausfallzeit
Milde Schwellung und Blutergüsse über drei bis fünf Tage
Wirkdauer
In der Studie bis drei Monate nachverfolgt und dort als stabil beschrieben; belastbare Daten zur Dauer darüber hinaus fehlen.
Hauptrisiko
In der ausgewerteten Fallserie keine schwerwiegende Komplikation beobachtet — bei nur 30 behandelten Personen ist die Studie aber nicht darauf ausgelegt, seltene Ereignisse wie eine vaskuläre Okklusion (geschätzt 1:6.410 pro Milliliter Filler laut Übersichtsarbeit) zuverlässig zu erfassen.

Ungeeignet, wenn: die Ausdünnung des Ohrläppchens durch einen Gewebedefekt nach großkalibriger Ohrlochdehnung (Gauging) statt durch altersbedingten Volumenverlust bedingt ist, oder wenn eine Anwendung bei Männern angestrebt wird: Die einzige verfügbare Studie hat ausschließlich Frauen im Alter von 40 bis 65 Jahren eingeschlossen und benennt selbst, dass die Übertragbarkeit auf Männer ungeprüft ist.

Was die Studienlage hergibt — und was nicht

Mit den Jahren verliert das Ohrläppchen Volumen und Elastizität; es wirkt länger, dünner und faltiger. Eine 2025 in Plastic and Reconstructive Surgery Global Open veröffentlichte prospektive Fallserie hat für diese Veränderung ein zweistufiges Injektionsprotokoll untersucht: ein vernetzter, volumengebender Hyaluronsäure-Filler kombiniert mit einem niedrigviskosen Skin-Booster zur Verbesserung der Hautqualität.

Die Fallzahl ist klein und einseitig: 30 Personen, ausschließlich Frauen zwischen 40 und 65 Jahren. Die Autoren begründen die Auswahl damit, dass diese Gruppe die Behandlung am häufigsten nachfragt — merken aber ausdrücklich an, dass sich die Technik möglicherweise auch bei Männern anwenden lässt, ohne dass das geprüft wurde. Für ein Magazin, das sich an Männer richtet, ist das die entscheidende Einschränkung: Es gibt schlicht keine Daten dazu, ob Wirkung und Verträglichkeit bei Männern vergleichbar sind.

Ergebnisse der Studie

Nach drei Monaten gaben 90 Prozent der Teilnehmerinnen an, mit dem Ergebnis zufrieden oder sehr zufrieden zu sein; der durchschnittliche Zufriedenheitswert stieg von 2,3 auf 4,7 von 5 Punkten. Insgesamt 25 Prozent berichteten Nebenwirkungen — milde Schwellungen (15 Prozent) und Blutergüsse (10 Prozent), jeweils über drei bis fünf Tage. Schwerwiegende Komplikationen wie eine vaskuläre Okklusion oder ein Fremdkörpergranulom wurden nicht beobachtet.

Das ist eine gute Nachricht, aber keine, die viel beweist: Bei 30 behandelten Personen ist die Studie statistisch nicht in der Lage, ein seltenes Ereignis zuverlässig zu erfassen. Eine Übersichtsarbeit zu Fillerkomplikationen allgemein beziffert das Risiko einer arteriellen Okklusion auf geschätzt 1:6.410 pro Milliliter injizierten Fillers — eine Zahl aus anderen Injektionsarealen, die sich nicht ohne Weiteres auf das Ohrläppchen übertragen lässt, für die aber auch keine eigene, arealspezifische Erhebung vorliegt.

Einordnung

Die verwendeten Hyaluronsäure-Filler sind als Medizinprodukt in Deutschland für die Weichteilaugmentation zugelassen. Ob die Herstellerangaben das Ohrläppchen als Anwendungsgebiet ausdrücklich benennen, ist produktabhängig und wurde für diesen Eintrag nicht anhand einzelner Gebrauchsanweisungen geprüft — auch das eine Lücke, die hier offen bleibt statt geschätzt zu werden.

Wie bei jeder Hyaluronsäure-Unterspritzung gilt: Das Material lässt sich im Notfall mit Hyaluronidase auflösen, und eine Praxis, die injiziert, sollte sie vorrätig haben. Zu spät auftretenden Komplikationen wie Migration oder Granulombildung siehe den Lexikoneintrag zu Spätkomplikationen bei Fillern.